Geschichte

Geschichte unserer Freiwilligen Feuerwehr

Zu allen Zeiten waren die elementaren Katastrophen durch Wasser und Feuer der ärgste Feind des Menschen im ländlichen Raum. Die Holzbauweise und Strohdächer begünstigten die Ausbreitung von Feuersbrünsten. Erst im Jahre 1872 erhielt in Waltersdorf der Kampf des Menschen gegen das Feuer eine erste mechanische Hilfe durch die Anschaffung einer Handdruckspritze.

Am 23. Juni 1886 verordnete Kaiser Franz Josef über Antrag des Landtages des Herzogtums Steiermark eine Feuerlöschordnung zur Verhütung der Feuersbrünste. Damit war die gesetzliche Grundlage auch für die Gründung von Feuerwehren gegeben, deren Aufgabe es war, "in geordneten Zusammenwirken bei Feuergefahr das Leben und Eigentum der Bewohner zu schützen". Noch im gleichen Jahr kam es am 23.Mai zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Waltersdorf. 46 Gründungsmitglieder wählten den Gastwirt Josef Radler zum ersten Wehrhauptmann. Der Pfarrchronist weiß zu berichten, dass sich die Feuerwehrmänner schön uniformierten und hinkünftig auch bei kirchlichen Festen "in Parade" erscheinen werden. Schon ein Jahr später wurde um 1.074 Gulden, also um die damals unvorstellbare Summe von fast genau 100.000 Schilling, eine Landfahrspritze gekauft.

Am 11. September 1887 schlossen sich die Feuerwehren von Hartberg, Neudau und Waltersdorf zum Bezirksfeuerwehrverband zusammen. In den folgenden Jahrzehnten fanden in Waltersdorf immer wieder die Bezirkfeuerwehrtage, darunter auch der 50. Jubiläumsfeuerwehrtag, statt.

Die Waltersdorfer Wehr entwickelte sich zunehmend in der Mitgliederzahl und in der Ausrüstung. Zum 25 jährigen Gründungsfest im Jahre 1911 zählte die Feuerwehr 61 Mitglieder, im gleichen Jahr wurde ein Mannschaftswagen mit Pferdegespann angekauft. Beim 40 jährigen Gründungsfest im Jahre 1927 wies die Feuerwehr 4 Ehren-, 44 lebenslängliche, 84 ausübende und 53 unterstützende Mitglieder auf.

Die Ausrüstung wurde im Jahre 1928 durch den Ankauf einer Motorspritze und eines Leichtlastautos der Marke Austro Steyr, welches auch als Rettungsauto für die vom Arzt Dr. Rudolf Strametz im Jahre 1914 organisierte Rettungsabteilung Verwendung fand, wesentlich verbessert.

Im Zuge der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich ist die Feuerwehr aufgelöst und in die Feuerschutzpolizei übergeführt worden. Sie erhielt im Jahre 1944 eine Motorspritze, Marke Rosenbauer. Der Austro Steyr ist aber in den letzten Kriegsjahren verloren gegangen.

Mit der 49. Generalversammlung am 19. Mai 1946 hat die Freiwillige Feuerwehr Waltersdorf mit einem kompletten Löschzug samt schwerem Aggregat und 120 m B-Schläuchen den Weg in die Zweite Republik vorzüglich ausgerüstet angetreten.

Im folgenden Jahr 1947 bekam sie aus amerikanischen Heeresbeständen das Rüstauto Ford Canada zugeteilt. Zehn Jahre später wurde dieses Löschfahrzeug von einem KLF,  FK 1000 der Firma Rosenbauer abgelöst. Das Jahr 1970 brachte die Anschaffung eines TLF 1000 der Marke Opel Blitz. Im Jahre 1977 ist ein Katastrophenfahrzeug ausgestattet sowie ein Löschfahrzeug Ford Transit neu angekauft worden. Schon 1982 erfolgte eine Aufrüstung zu einem RF der Marke Unimog L1300 und einem Puch - Pinzgauer als Kleinlöschfahrzeug. Den vorläufigen Höhepunkt in dieser Entwicklung bildet die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges 3000 Steyr im Jahre 1988 und eines neunsitzigen Mehrzweckkommandofahrzeuges, welches als Einsatzzentrale dient. Bedingt durch den Bau der Therme und von mehrstöckigen Hotelanlagen wurde der Ankauf einer Drehleiter unumgänglich. Diese kostenaufwendige Angelegenheit konnte durch ein gebrauchtes Fahrzeug ( eine DL 25 ) der FF Fürstenfeld im Jahre 1992 positiv erledigt werden. Diese Drehleiter wurde im Frühjahr 2000 durch einen neuen Unterbau - einem Steyr Fahrgestell mit 180 PS - modernisiert.

Am 02.04.1999 wurde durch Privatfinanzierung ein Schlauchboot der Type Lauro 400, bestückt mit einem 40 Kw starken Yamaha Motor angekauft und für den Wasserdienst der Feuerwehr eingesetzt. Einige Schiffsführer machen seit dieser Zeit mit diesem Boot Bereitschaftsdienst am Stubenbergsee.

Seit 14.11.2001 ist unser langersehntes RLFA 2000 der Marke Scania mit 340 PS nach neuesten technischen Richtlinien und einen Aufbau durch die Firma Lohr in unseren Fuhrpark aufgenommen worden. Nachdem unser KDO bei einem Unfall schwer beschädigt wurde, wurde am 13.1.2004 ein neues Mannschaftstransportfahrzeug der Marke Renault Master II angeschafft und in den Dienst gestellt. Im Rahmen unseres Frühschoppens wurde dieses vom Hauptpfarrer geistlichen Rat Franz Samer gesegnet.

Das erste Feuerspritzengebäude wurde als Einstellschuppen 1875, das wunderschöne alte Holzrüsthaus neben dem Friedhof in den Jahren 1906 bis 1907, gebaut. Im Jahre 1975 übersiedelte die Feuerwehr in ein neues Rüsthaus in die Hintergasse. Platzmangel sowie fehlende Mannschafts- und Schulungsräume machten eine Planung für ein neues Feuerwehrhaus im Jahre 1993 nötig. Nach etwas mehr als 3 Jahren intensivster Arbeit ( mehr als 6000 freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Kameraden der FF Bad Waltersdorf geleistet ) konnte am 29. Mai 1997 das den modernsten Anforderungen entsprechende Rüsthaus seiner Bestimmung übergeben werden.

Im Sommer 2008 wurde wegen Platzmangels an der Ostseite des Rüsthauses ein geschlossener Unterstellplatz von den Kameraden angebaut.
Weiters wurde aufgrund des Alters der vorhandenen TS 8 eine neue Tragkraftspritze vom Typ FOX von der Firma Rosenbauer angeschafft, adaptiert und in den Dienst gestellt.

Im Herbst 2008 wurde ein Zweiachsanhänger angekauft, der den alten Jugendanhänger und den Öleinsatzanhänger ersetzt.

Beim Frühschoppen am 25.07.2010 wurde Pfarrer Mag. Mathias Trawka als Feuerwehrkurat für die Feuerwehren Sebersdorf und Bad Waltersdorf vorgestellt. Mit der Übergabe der Uniform versprach er als Seelsorger seine volle Unterstützung.

Im November 2010 wurde das Rüsthaus an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Die alte Ölheizung mit den Öltanks wurde entfernt und der Tankraum im Frühjahr 2011 zu einem Atemschutzwartungsraum umgebaut.

Im Jahr 2016 wurde eine Wärmebildkamera angeschafft und für Brandeinsätze im TLF 3000 eingebaut.

Auch in der modernen Welt werden bei der Freiwilligen Feuerwehr Idealismus und Gemeinschaftssinn hochgehalten, ganz im Sinne des alten Feuerwehrleitspruches :

" EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN ".